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Moose für Darwin – Dr. Hermann Müller

Zu den wichtigsten Bryologen des 19. Jahrhunderts gehört Prof. Dr. Hermann Müller (1829-1883) aus Lippstadt, der eingehend die westfälische Moosflora erforscht hat. Seine gut dokumentierten Sammelreisen führten ihn durch viele westfälische Regionen und zahlreiche seiner Aufsammlungen sind noch heute im Herbarium des Naturkundemuseums erhalten. Sein eigenes Herbarium ist leider verschollen, doch zahlreiche Tauschexemplare lassen sich noch heute in den Sammlungen seiner Zeitgenossen entdecken.

Müllers bryologische Veröffentlichungen stammen aus den Jahren zwischen 1859 und 1874. Sein Aufsatz „Thatsachen der Laubmooskunde für Darwin“ von 1866 markiert dabei den Wendepunkt vom sammelnden Naturforscher zum Analytiker.  Durch die Lektüre von Charles Darwin ´s „Origin of Species “ (1859) angeregt, suchte Hermann Müller bei den Moosen nach Daten zur Unterstützung des Evolutionsgedankens. Dabei benutzte er erstmals statistische Methoden zur Klärung der Variationsbreite. Weiterhin war eine „Laubmoosflora Westfalens“ Ergebnis dieser bryologischen Arbeiten.

Hermann Müller beschäftigte sich aber nicht nur mit Moosen und Blütenpflanzen, sondern auch mit der Blütenbiologie und wurde, angeregt von Darwin´s Schrift „The various contrivances by which orchids are fertilized by insects” von 1862 zum „vielleicht bedeutendsten Beobachter der Beziehungen zwischen Insekten und Blüten“, wie es in einem modernen Lehrbuch der Blütenbiologie heißt. Er verknüpfte botanische und zoologische Kenntnisse in einer Weise, dass Zehntausende von Einzelbeobachtungen im Gelände in mehrere große Publikationen einflossen. Darüber hinaus kam ein reger Gedankenaustauch zwischen ihm und Charles Darwin zustande.

Als Dritter in diesem „blütenbiologischen Dreieck“ fungierte Hermann Müllers Bruder Fritz Müller (1821-1897), der wegen seiner freiheitlichen Gesinnung und naturalistischen Grundeinstellung Deutschland verlassen hatte und in Brasilien lebte.

Ansprechpartner: Dr. Bernd Tenbergen