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Das Herbarium von Cornrad Beckhaus und die erste Flora von Westfalen

Conrad Friedrich Ludwig Beckhaus (1821-1890) galt als einer der besten Kenner der Pflanzenwelt Westfalens. Seine „Flora von Westfalen“, 1893 posthum erschienen, war lange Zeit ein Standardwerk und ist heute (1993 erschien ein Reprint) zusammen mit dem Herbarium in Münster eine landeskundlich bedeutende Quelle.

Beckhaus, geboren am 08.08.1821 in Lingen (Emsland), gestorben am 13.08.1890 in Höxter, besuchte von 1829 bis 1838 das Gymnasium in Bielefeld. Hier war auch Ludwig Vollrath Jüngst (1804-1880) ab 1830 als Lehrer für Geographie und Naturgeschichte tätig, der Beckhaus maßgeblich prägte.  Belege im Herbarium des Naturkundemuseums in Münster dokumentieren, dass er z.B. bereits im Jahr 1835 in der Nähe von Brackwede bei Bielefeld die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera Huds.) gesammelt hat. So ist es nicht verwunderlich, dass Beckhaus 1838 zunächst ein Studium der Naturwissenschaften an der Universität Halle begann, wo er bei Diederich Franz Leonhard Schlechtendal (1794-1866) Botanik studierte. Kurze Zeit später wechselte er das Studienfach und studierte Theologie in Berlin, Tübingen, Halle und wieder in Berlin, wo er 1842 sein Studium abschloss. 1842 und 1844 legte Beckhaus theologische Prüfungen in Münster ab und wurde 1847 Rektor der Bürgerschule sowie Hilfsprediger in Höxter. 1852 wurde Beckhaus Pfarrer und war ab 1857 Superintendent. Als Pfarrer und Superintendent war Beckhaus viel beschäftigt und genoss großes Ansehen. Predigten von ihm wurden veröffentlicht und 1874 hielt er die Grabrede für Hoffmann von Fallersleben, der in Corvey begraben wurde (vgl. auch Raabe 1994). Seine große Leidenschaft war aber die Erforschung der westfälischen Flora. Mehr als 50 Jahre botanisierte er in fast ganz Westfalen und war zu seiner Zeit der beste Kenner dieses Gebietes. Er beschäftigte sich nicht nur mit den höheren Pflanzen, sondern auch mit den Flechten, Moosen und Pilzen.  Das 100 Mappen umfassende Herbarium von Beckhaus mit ca. 10.000 Aufsammlungen wurde im Jahr 1891 zusammen mit einer westfälischen Schmetterlingssammlung von der Botanischen Sektion angekauft und gelangte damit in das Naturkundemuseum.