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Das Museum, das Heilige Meer und das Besucherzentrum Kahler Asten bleiben aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens derzeit geschlossen. Das Planetarium bleibt zudem wegen Umbauarbeiten bis Anfang 2022 geschlossen.

Der Stern von Bethlehem - Sternenglanz zur Weihnachtszeit

Es wird Winter in Münster. Draußen in der Natur wird es schon bald dunkel. Doch in der Stadt und den Dörfern nehmen die Lichter jetzt mehr und mehr zu. Vielerorts funkelt es hell. Überall beginnen die Vorbereitungen auf das kommende Weihnachts-Fest.

Video-Beitrag zum weihnachtlichen Himmelsereignis

Am 21.12. gab es am frühen Abend ein ganz besonderes astronomisches Ereignis, wie es vor 2000 Jahren als "Vorlage" für den Stern von Bethlehem gedient haben könnte. Die beiden Planeten Jupiter und Saturn standen am frühen Abendhimmel tief im Südwesten so eng beieinander, dass sie mit bloßem Auge am Himmel zu einem einzigen hellen Lichtpunkt zu verschmelzen schienen. Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien (GDP) in Zusammenarbeit mit dem LWL-Planetarium Münster und der Stiftung Planetarium Berlin haben ab 16:30 MEZ live darüber berichtet und dabei verschiedene Livestreams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeführt.

Hier geht es zur Aufzeichnung der Live-Veranstaltung

(c) GDP/SPB/Horn

Was war das für ein Stern von dem in der Bibel berichtet wird?

Weihnachtliche Sternen-Dekoration

Oft sieht man Sterne als weihnachtliche Dekoration. Der Sternen-Schmuck hat einen besonderen Grund: Er erinnert an die Geburt von Jesus Christus, die zu Weihnachten gefeiert wird. Denn ein Stern, der Stern von Bethlehem, spielte dabei angeblich eine besondere Rolle.

Weihnachtliche Sternen-Dekoration. Foto: LWL/Perdok

Die Weihnachtskrippe

Oft wird der Stern am Himmel über der Krippe mit dem Jesuskind dargestellt. Viele Bilder zeigen ihn auch zusammen mit den "Sterndeutern aus dem Osten", die wir als die "Heiligen Drei Könige" oder als die "Weisen aus dem Morgenland" kennen.

Was war das für ein Stern? Gab es ihn tatsächlich?

Weihnachtskrippe mit Stern darüber. Foto: LWL/Voss

Der Wintersternenhimmel

Dies ist der Sternenhimmel, den man jetzt abends sehen kann. Auch damals, vor etwa 2000 Jahren, waren zu dieser Jahreszeit genau diese Sterne zu sehen. Einige davon fallen besonders auf. Zum Beispiel drei, die fast genau in einer Reihe am Himmel stehen. Man zählt sie zum vielleicht schönsten aller Sternbilder: Dem himmlischen Jäger, Orion. Man stellt sich die drei Sterne als den Gürtel der Figur vor. Zwei helle Sterne oberhalb des Gürtels markieren die Schultern des Helden, und zwei helle Sterne darunter seine Füße.

Schräg links unter ihnen findet sich ein besonders heller, einzelner Stern, Sirius. Er ist der hellste am gesamten Himmel. In ihm sah man auch früher schon den Haupt-Stern des Sternbilds "Großer Hund".

Rechts oben erkennt man eine markante kleine Sternen-Gruppe, das "Siebengestirn" oder auch als die "Plejaden". Es war früher ein wichtiger Wegweiser am Himmel.

Im Laufe eines Menschenlebens sieht der Sternenhimmel zu einer bestimmten Jahreszeit immer gleich aus. Man müsste zehntausende von Jahren lang warten, bevor auch nur kleinste Veränderungen der Sterne bemerkbar würden. Deshalb kommt wohl keiner von ihnen als Stern von Bethlehem in Betracht. Denn ein Stern, der jedes Jahr immer gleich aussieht, hätte damals die Weisen aus dem Morgenland sicher nicht in Aufregung versetzt.

Also was war das für ein Stern von dem in der Bibel berichtet wird? Die Suche geht weiter…

Der Wintersternenhimmel, grün markiert ist das Sternbild Orion. Foto: LWL

Ein gewöhnlicher Stern?

Der Stern von Bethlehem muss etwas Neues, Einmaliges am Himmel gewesen sein. Ein gewöhnlicher Stern kommt dafür nicht in Frage. Wenn aber zum Beispiel ein Stern plötzlich hell aufleuchtete, wäre das sicher aufgefallen. War der Stern von Bethlehem dann vielleicht sogar die Geburt eines neuen Sterns?

Sterne entstehen nur an ganz besonderen Orten im All. Einer davon liegt in Richtung des Sternbilds Orion. Durch ein Fernglas erkennt man unterhalb von Orions Gürtel ein nebeliges kleines Wölkchen, den "Orion-Nebel".

Es gibt verschiedenen Theorien

Die Entstehung eines Sterns

Der Orion-Nebel ist viele Lichtjahre groß und besteht aus Wasserstoff- und Helium-Gas. Darin leuchten viele Sterne, die alle an den dunkelsten Stellen in den Nebelschwaden entstanden sind.

So läuft eine Sternengeburt ab: Gase verdichten sich zu einer Wolke. Die Wolke hat eine eigene Anziehungskraft und zieht sich langsam zusammen. In der Mitte rücken die Gase eng aneinander. Dabei wird es heiß. Das Gas beginnt zu glühen und zu leuchten. Aus der Wolke wird langsam eine leuchtende Kugel. Damit ist ein neuer Stern entstanden!

Der Orion-Nebel, ein Sternentstehungs-Gebiet. Foto: NASA/ESA

Der Tod eines Sterns

Eine Sternen-Geburt dauert viele tausend Jahre. Die neuen Sterne leuchten erst nach und nach ganz langsam auf. Um sie an ihren Geburts-Orten überhaupt erkennen zu können, braucht man große Fernrohre. Daher kommt eine Sternengeburt als Erklärung für den Stern von Bethlehem wohl nicht in Frage.

Es gibt aber ein anderes Ereignis, das so aussieht als würde ein neuer Stern auftauchen. Dieser scheinbar neue Stern kann sehr hell werden, heller als alle anderen Sterne. Für ein paar Wochen strahlt er auffällig am Himmel. Dann wird er schwächer und verblasst langsam. Nach ein paar Monaten ist er wieder verschwunden. Das passt gut zu der Vorstellung, die man sich vom Stern von Bethlehem oft macht.

So eine Erscheinung ist nicht die Geburt, sondern der Tod eines Sterns. Sterne leben zwar sehr lang, aber irgendwann haben sie ihren Brennstoff verbraucht. Manche sterben dann in einer gewaltigen Explosion, einer "Supernova". Von Weitem erscheint diese kosmische Gewalt nur wie das sanfte Aufleuchten eines vermeintlich neuen Sterns.

Die Sonne aus der Nähe gesehen. Foto: LWL/Perdok

Überrest einer Supernova-Explosion

Eine solche Explosion lässt eine Trümmerwolke zurück. Die Wolke zeigt uns den Ort, an dem es früher einmal eine Supernova gab. Man kann der Trümmerwolke sogar ansehen, wie viel Zeit seit der Explosion vergangen ist.

Alle Supernova-Überreste in unserer Nähe wurden genau untersucht. Dadurch ist bekannt, in welchen Jahren in der Vergangenheit eine Explosion am Himmel stattgefunden haben muss. So kann man auch herausfinden, ob vielleicht in der Zeit um Christi Geburt eine Supernova aufleuchtete. Das Ergebnis lautet: Keine einzige der Trümmerwolken passt in diese Zeit.

Eine Supernova war der Stern von Bethlehem also auch nicht. Er war kein echter Stern, und weder eine Sternengeburt noch ein Sternentod. Was kann es denn noch gewesen sein? Die Suche geht weiter…

Der Crab-Nebel ist der Überrest einer Supernova-Explosion, die sich im Jahr 1054 ereignet hat. Foto: ESO

Vielleicht ist doch etwas ganz anderes gemeint?

Das Wort "Stern" kann auch in übertragenem Sinne gemeint sein. Früher wurden oft viele Erscheinungen am Nachthimmel einfach als "Stern" bezeichnet. Viele Zeichnungen und Gemälde zeigen den Stern von Bethlehem zum Beispiel als einen Stern mit einem Schweif – einen Kometen.

Vielleicht ein Komet?

Der Stern von Bethlehem als Komet

War es also ein Komet, den die Weisen Männer damals sahen? Astronomisch betrachtet ist das gut möglich, denn Kometen tauchen ohne Ankündigung auf, stehen eine Zeit lang hell und auffällig am Himmel, aber recht bald verschwinden sie auch wieder.

Darstellung des Stern von Bethlehem als Komet (Giotto di Bondone, 1302)

Die Bahn eines Kometen

Die Bahn, auf der ein Komet um die Sonne fliegt, ist sehr lang gestreckt. Er braucht viele Jahre, um den fernen Teil seiner Bahn zu durchlaufen.

Die Bahn eines Kometen ist eine langgestreckte Ellipse. Foto: LWL/Voss

Der Kern eines Kometen

Ein Komet ist nur etwa 10 Kilometer groß. Für einen Himmelskörper ist das geradezu winzig. Man könnte Kometen auch als fliegende Eisberge bezeichnen. Sobald ein Komet der Sonne nah genug kommt, verdampft ein Teil des Eises und es bildet sich eine riesige Gas-Wolke um ihn herum. Die Wolke ist tausendmal größer als der Komet selbst.

Der Kometenkern ist ein kilometergroßer "Eisberg", von dem Eis sublimiert, wie hier beim Kometen 67/P Churyumov-Gerasimenko. Foto: ESA/MPS/OSIRIS

Sichtbarkeit eines Kometen

Das Sonnenlicht und der sogenannte Sonnenwind schieben die Gase der Wolke vom Kometen weg und es kann ein viele Millionen Kilometer langer Schweif entstehen. Nach ein paar Wochen entfernt der Komet sich wieder von der Sonne und ist nicht mehr zu sehen.

Der berühmteste Komet ist der Halleysche Komet. Er ist alle 76 Jahre zu sehen.  Zuletzt erschien er 1986, und erst im Jahr 2062 wird er zurückkehren.

Die Zeitspanne zwischen zwei Sichtbarkeiten ist bei einem bestimmten Kometen immer gleich lang. So kann man genau ausrechnen, wann er in der Vergangenheit zu sehen war. Es stellt sich heraus, dass keiner der heute bekannten Kometen zur rechten Zeit zur Stelle war.

Doch es gibt natürlich auch noch viele unbekannte Kometen. So ein Komet könnte damals zu sehen gewesen sein, und er wäre seitdem vielleicht noch nicht wiedergekehrt. Deshalb wüsste man von ihm heute nichts mehr. Es kann also durchaus sein, dass ein unbekannter Komet über der Krippe mit dem Jesuskind am Himmel stand!

Doch etwas spricht dagegen: Kometen galten damals als Unglücksbringer. Die Menschen fürchteten sich, wenn ein Komet am Himmel erschien. Man dachte, Kometen seien für Krankheiten, Krieg und Tod verantwortlich. Die Weisen Männer wären einem Kometen sicher nicht nachgezogen.

Unsere Suche wird langsam anstrengend – ein neuer Stern kam nicht in Frage, ebenso wenig wie eine Supernova-Explosion und ein Komet soll es nun auch nicht gewesen sein – was bleibt dann noch? Gab es den Stern etwa gar nicht?

Komet Hale-Bopp war 1997 der letzte, von Deutschland aus zu sehende Komet mit auffälligem Schweif. Foto: Klaus Kumbrinck, Sternfreunde Münster e.V.

Gab es den Stern von Bethlehem wirklich?

Weiter geht´s mit der Suche nach dem Stern von Bethlehem und der Frage: Was war das für ein Stern? Gab es ihn tatsächlich?

Es lohnt sich, einmal dort nachzulesen, wo zuerst von dem Stern berichtet wurde: In der Bibel. Dort lesen wir von Orten und Menschen, die es damals wirklich gab – von Judäa und Bethlehem, von Jerusalem und dem König Herodes. Und wir lesen von den "Sterndeutern aus dem Osten". Können uns diese "Sterndeuter" einen Hinweis auf den Stern geben?

Der Blick auf eine Landkarte zeigt uns, dass weiter östlich von Jerusalem das Land Mesopotamien liegt, der heutige Irak. Dort lebten die Nachfolger der Marduk-Priester die zugleich Astronomen und Astrologen, Himmelskundige und Sterndeuter waren. Auf Tontafeln können wir heute noch nachlesen, wofür sie sich am Himmel interessierten: Es waren die Planeten - Mars und Venus, Jupiter und Saturn.

Sterndeuter beobachteten den Himmel

Astronomische Beobachtungen

Für die Sterndeuter waren die Planeten himmlische Lichtpunkte, die von den Göttern bewegt wurden. Besondere Stellungen der Planeten, so glaubten sie, wiesen auf besondere Ereignisse auf der Erde hin. Es ist gut möglich, dass sie eine bestimmte Stellung der Planeten als Hinweis auf einen neuen König betrachteten.

Wir können heute berechnen, wie die Planeten damals vor 2000 Jahren am Himmel standen. Zwei Planeten fallen ins Auge: Es sind Jupiter und Saturn. Im Laufe mehrerer Monate spielte sich damals etwas ganz Besonderes ab: eine dreifache Begegnung der beiden Planeten.

Auf solchen Keilschrift-Tafeln wurden im antiken Mesopotamien auch astronomische Beobachtungen festgehalten. Foto: LWL/Perdok

Schleifenbahn der Planeten

Planeten bewegen sich am Sternenhimmel mitunter in Form einer „Schleifenbahn“ am Himmel scheinbar vor und zurück, obwohl sie in Wahrheit immer nur in einer Richtung um die Sonne kreisen. Die scheinbare Rückwärtsbewegung liegt an der Bewegung der Erde.

Tanz der Planeten

Schleife rückwärts

Der eigenartige Tanz, den die Planeten am Himmel aufführen, ist nur eine Täuschung, hervorgerufen durch die Bewegung unserer Erde. Wie Jupiter und Saturn kreist auch die Erde um die Sonne. Die Erde läuft aber schneller als Jupiter oder Saturn und überholt die beiden regelmäßig. Dabei sieht es für einen kurzen Moment so aus, als würden die Planeten sich in einer Schleife rückwärts bewegen.

Aber nur im Vergleich zu den weit entfernten Sternen im Hintergrund erscheint es so. In Wirklichkeit laufen alle Planeten immer nur in eine Richtung und halten niemals an. Zu einer dreifachen Begegnung kommt es, wenn Jupiter und Saturn aus Sicht der Erde in derselben Richtung stehen, und von der Erde gleichzeitig überholt werden. Das geschieht nur etwa alle 300 Jahre.

Heute können wir uns die seltsamen Bewegungen der Planeten also erklären. Für die Gelehrten damals war diese gemeinsame Schleifenbewegung zweier Planeten aber vermutlich etwas Wundersames und Bedeutungsvolles. Sterndeuter haben die Begegnung von Jupiter und Saturn tatsächlich verfolgt. Man hat Tontafeln gefunden und entziffert, auf denen genau dies beschrieben steht.

Deshalb wäre denkbar, dass die Sterndeuter hieraus die Geburt eines neuen Königs vermuteten, ihm begegnen wollten, und so zu ihrer Reise aufgebrochen sind. So ist es in der Bibel zu lesen:

Jupiter und Saturn in der Nähe der Erde. Grafik: Stellarium

Der Stern im Matthäus-Evangelium

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Von Jerusalem aus hätten sie sich in südliche Richtung wenden müssen, um nach Bethlehem zu gelangen. Die beiden Planeten Jupiter und Saturn hätten dann die ganze Zeit genau vor ihnen am Himmel gestanden, als würden sie ihnen den Weg weisen.

Vielleicht war also tatsächlich das Zusammentreffen von Jupiter und Saturn das bedeutende Himmelsereignis, das wir heute als den "Stern von Bethlehem" kennen. Andererseits sind viele Bibeltexte rein symbolisch zu verstehen, und genauso kann es auch beim Stern von Bethlehem sein – vermutlich ist auch er nur ein Symbol.

Die Textstelle zum Stern von Bethlehem im Matthäus-Evangelium. Foto: LWL/Rienow

Der Stern von Bethlehem als Symbol

Dafür, dass der Stern rein symbolisch zu verstehen ist, sprechen gleich vier Dinge:

Erstens weiß man gar nicht, wie die Sterndeuter die Begegnung von Jupiter und Saturn gedeutet hätten. Dies ist nicht überliefert.

Zweitens kann man anhand der Sterne die Zukunft überhaupt nicht vorhersagen, oder von der Geburt eines "neuen Königs" erfahren – zwar glauben viele Menschen an Sterndeutung, also an Astrologie; damals genauso wie heute. Aber heute sind die Wissenschaftler, die Astronomen, sich sicher: Solche Vorhersagen funktionieren in Wahrheit nicht.

Drittens argumentieren Bibelforscher, dass bereits im Alten Testament erwähnt wurde: der ersehnte Messias würde mit dem Auftreten eines besonderen Sterns einhergehen. Daher wurde ein Stern vermutlich als Symbol erwähnt, um zu verdeutlichen dass Jesus tatsächlich der angekündigte Messias ist.

Viertens hat sich die Begegnung der beiden Planeten am Himmel bereits im Jahr 7 vor Christus ereignet! Passt dies überhaupt zur Geburt von Jesus Christus? Tatsächlich weiß man nicht genau, wann die Geburt sich ereignete. Forscher glauben, dass Jesus Christus tatsächlich ein paar Jahre früher geboren wurde, als man denkt; vielleicht im Jahr 4 "vor Christus", oder sogar schon im Jahr 6 "vor Christus". In diesen Jahren gab es mehrere Begegnungen von Planeten, die als "Stern von Bethlehem" in Frage kommen – die besondere Begegnung von Jupiter und Saturn ist nur eine davon.

Sicher ist bei all dem nur eines:
Wenn in der Bibel von "Weisen aus dem Morgenland" berichtet wird, dann sind damit Sterndeuter gemeint, die sich vor allem für die Bewegungen der Planeten interessierten – und somit diente vielleicht eine Begegnung von Planeten als "Vorlage" für den Stern von Bethlehem.

Der Stern von Bethlehem war also vermutlich nur ein Symbol. Aber wenn es eine echte "Vorlage" gab, dann war dies am ehesten das Zusammentreffen zweier Planeten am Sternenhimmel.

Aktueller Bezug - Ein besonderes Himmelsereignis kurz vor Weihnachten

Ein besonderes Zusammentreffen zweier Planeten am Sternenhimmel, wie es vor 2000 Jahren als "Vorlage" für den Stern von Bethlehem gedient haben könnte, gibt es dieses Jahr zu Weihnachten zu sehen!

Erneut treffen sich dieses Jahr die Planeten Jupiter und Saturn am Sternenhimmel. Diesmal vollführen sie zwar keine dreifache Begegnung, wie im Jahr 7 v.Chr., aber dafür kommen Sie einander besonders nah: Im Weltraum sind sie zwar immer durch hunderte Millionen Kilometer voneinander getrennt, denn der Saturn steht weit hinter dem Jupiter. Aber der Jupiter zieht aus Sicht der Erde am 21. Dezember 2020 so nah vor dem Saturn vorbei, dass beide Planeten aus unserer Sicht fast zu einem einzigen, besonders hellen Punkt zu verschmelzen scheinen.

Der Sternenhimmel am 21.12.2020

Was passiert am frühen Abend des 21. Dezember?

Gegen 17 Uhr wird es dunkel genug, dass man die Planeten erkennen kann. Sie stehen in südwestlicher Richtung tief am Himmel, nur eine Handbreit über dem Horizont. Man braucht also eine freie Sicht; Bäume oder Häuser würden die Sicht auf die Planeten versperren.

Während es dunkel wird, sieht man die Planeten immer heller, aber gleichzeitig gehen sie langsam unter. Je länger man wartet, desto schwieriger sind sie zu finden. Um 18:30 Uhr gehen sie unter, und sind nicht mehr zu sehen. Die beste Zeit, sie zu betrachten, liegt zwischen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr.

Der Sternenhimmel am 21. Dezember 2020. Foto: Stellarium

Der Anblick auf Jupiter und Saturn

Eine solche enge Begegnung ist sehr selten, seit Jahrhunderten gab es ein so nahes Zusammentreffen der beiden Planeten nicht mehr! Es lohnt sich, darauf einen Blick zu werfen: Am besten mit einem Fernglas. Aber auch bloß mit dem Auge, ohne jedes Hilfsmittel, wird dies ein beeindruckender Anblick sein!

Der Anblick des 21. Dezember 2020 auf Jupiter und Saturn im Fernglas. Foto: Stellarium

Ein Weihnachtsrätsel

Zum Abschluss gibt es für alle Weihnachtskinder noch ein Rätsel.

Bitte druckt Euch das Rätsel aus. Viel Spaß beim Raten!