Milliarden Sonnen - Eine Reise durch die Galaxis

Seit dem 11. Januar 2014 zeigt das Planetarium im LWL-Museum für Naturkunde das Planetariumsprogramm "Milliarden Sonnen". Die öffentliche Premiere des Programms fand am Freitag, 10. Januar, im Sternensaal des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) statt.

Planetarien in ganz Europa haben sich an dieser Gemeinschaftsproduktion der Europäischen Weltraumagentur ESA beteiligt, die in 45 Minuten erzählt, wie der Mensch die Distanz zu den Sternen entschlüsselt und so den Geheimnissen des Weltalls auf die Spur kommt.

Zur Premiere kam ein Vertreter der ESA, Jos de Bruijne. stellvertretender wissenschaftlicher Leiter der Gaia-Mission ("Deputy Project Scientist") ins Münsteraner Planetarium und sprach ein Grußwort.

Das Besondere an dem neuen Programm ist sein aktueller Bezug: Es wurde konzipiert anlässlich der Weltraummission „Gaia“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA, durch die ein Prozent aller Sterne unserer Milchstraße in 3D vermessen werden sollen. Das Programm wurde von Anfang an in acht Sprachen produziert und wird in mehr als 30 Planetarien aufgeführt.

Dr. Björn Voss, Astronom und Leiter des LWL-Planetariums Münster, wirkte als wissenschaftlicher Berater an der Produktion mit. „Die rund einjährige Arbeit an diesem Projekt war sehr interessant, da hier wissenschaftliche Inhalte und grafische Gestaltung in ganz besonderer Weise zusammen geflossen sind“, sagt Voss. „Bildliche Höhepunkte sind die durchgehend digital produzierten, z.T. sehr aufwändig gestalteten Grafiken. Insbesondere die Darstellung der Milchstraße, aber auch die im Comic-Stil gehaltenen geschichtlichen Rückblicke und die teils fotorealistischen Darstellungen der Himmelskörper beeindrucken den Zuschauer", erklärt der Astronom.

Die Zuschauer des neuen Planetariumsprogramms gehen auf die Reise durch die Milchstraße, vorbei an Sonnen, Planeten und Wolkenarmen bis ins Zentrum der Galaxis. Die Sternenreise im Planetarium Münster führt Erwachsene und Kinder ab zehn Jahre durch die Geschichte der Himmelskunde - von den einfachsten Methoden der Kartierung von Sternen bis zur Bestimmung der Struktur unserer Milchstraße - und gipfelt im Start der ESA-Mission GAIA, die unser Verständnis der Milchstraße revolutionieren wird.

Seit Jahrtausenden fragten sich die Menschen, was die Sterne bedeuten. Astronomen zeichneten Sternkarten und verfeinerten sie. Doch lange blieb rätselhaft, wie weit die Sterne von uns entfernt sind. Selbst heute wissen wir noch zu wenig über die Milchstraße, unsere Heimatgalaxie. Das soll sich nun ändern: Der Satellit Gaia wird die Sterne so genau vermessen, dass eine ganz neue 3D-Karte der Milchstraße entsteht.

Der Autor Adam Majorosi und der Musiker Jens Fischer haben bereits bei mehreren Planetariumsproduktionen mitgewirkt. Die bekannten Synchronsprecher Norbert Langer und Peter Kaempfe liehen dem Programm ihre Stimmen.

Die Produktion hatte ihre Uraufführung am 8. Januar in Hamburg, und ihre Premiere in Münster am 10. Januar. Das Planetariumsprogramm wird im Januar 2014 in Münster immer dienstags & donnerstags um 11.30 Uhr, sowie samstags & sonntags um 17.00 Uhr gezeigt. Ab Februar gelten abweichende Zeiten.

Veranstaltungszeiten siehe Kalendarium!


Kurzinformation „Milliarden Sonnen – Eine Reise durch die Galaxis“

  1. Programmstart: 11. Januar 2014
  2. Programmdauer: 45 Minuten
  3. Autor: Adam Majorosi
  4. Wissenschaftliche Beratung: Dr. Björn Voss, Münster, u.a.
  5. Musik: Jens Fischer
  6. Sprecher: Norbert Langer, Peter Kaempfe
  7. Dauer der Herstellung: über 1 Jahr
  8. Kurze Inhaltsbeschreibung:
    1. Rückblick in das Jahr 1989: Eine wissenschaftliche Mission der ESA, „Hipparcos“, droht zu scheitern. Nur mit Mühe gelingt es, den Forschungssatelliten zu retten. Die Mission kann beginnen.
    2. Doch worum geht es bei „Hipparcos“? Die bisher genaueste 3d-Kartierung unserer kosmischen Umgebung. „Hipparcos“ hat die Entfernungen tausender Sterne viel genauer gemessen, als es zuvor denkbar war: Ein gewaltiger Schritt voran für die Astronomie.
    3. Wie werden Entfernungen im All überhaupt festgestellt? Anhand anschaulicher, irdischer Beispiele wird das Messprinzip der „Parallaxe“ erläutert und gezeigt. Dabei wird das Publikum zum „selber Ausprobieren“ anhand eines passenden Testbildes im Planetarium aufgefordert.
    4. Ein Blick in die Geschichte der Himmelsforschung erklärt, warum man lange Zeit überhaupt nichts über die Entfernungen der Sterne wusste, und wie spät man erst erkannte dass das Universum dreidimensional ist. Die Geschichts-Reise im Comic-Stil beginnt bei steinzeitlichen Höhlenmalereien, die bereits den Sternenhimmel zeigen, streift das Himmels-Wissen der alten Kulturen Ägyptens, Mesopotamiens und Chinas, und führt das Publikum in die Neuzeit, in der im Jahr 1838 erstmals die Distanz zu einem Stern festgestellt wurde.
    5. Ein Flug durchs All stellt die heute bekannten Distanzen im All anschaulich dar: Eine Sekunde bis zum Mond, Minuten zu den Planeten, Stunden zum Rand des Sonnensystems, aber Jahre zu selbst den allernächsten Sternen. Das Publikum wird mitgenommen auf eine Reise durch die Sternen-Konstellation des „Wintersechsecks“, dessen sechs verschiedenartige Sterne aus der Nähe betrachtet werden. Die Reise führt weiter durch kosmische Nebel, in denen Sterne entstehen und explodieren, bis hin ins Zentrum der Milchstraße und dem dort zu findenden Schwarzen Loch.
    6. Die Reise führt aus der Milchstraße heraus, die nun in voller Pracht als leuchtende Spirale aus Milliarden Sternen sichtbar wird. Es wird erläutert, dass diese Spirale an sich auseinander fliegen würde, wenn nicht die ominöse „Dunkle Materie“ wäre.
    7. Zurück im hier und jetzt wird ein neues Projekt vorgestellt: „Gaia“, der nächste große Schritt in der Kartierung des Himmels und der Milchstraße. Wo „Hipparcos“ mehrere tausend Sterne kartographierte, soll „Gaia“ dies für über eine Milliarde Sterne leisten – der nächste große Schritt in der Astronomie. Viele zuvor im Programm angesprochene Rätsel soll „Gaia“ so lösen helfen.
    8. Das Programm endet mit der beeindruckend inszenierten Darstellung des Starts von „Gaia“, und der Ankunft des Satelliten im All.