Arbeiten von Design-Studierenden im LWL-Museum für Naturkunde

Kooperation mit der Münster School of Design der FH Münster

Foto: LWL/Steinweg

Die Studierenden des Seminars von Prof. Cordula Hesselbarth wagten sich im Sommersemester 2017 an ein anspruchsvolles Thema "Das Gehirn". Sie beschäftigten sich mit der Evolution des Gehirns, untersuchten Schmerzwahrnehmung, Emotionen und Suchtverhalten und begaben sich in die Welt des Schlafens und Träumens. Ob die Themen mit viel Witz und Humor oder sachlich und ernst bearbeitet wurden, wissenschaftlich fundiert ist jedes einzelne der Projekte. Für die Ausstellung wurden eindrucksvolle, innovative und originelle Konzepte zur Wissensvermittlung entwickelt.

Insgesamt wurden sechs Seminararbeiten und eine Bachelorarbeit von Studierenden der Münster School of Design integriert. Klassische Illustrationstechniken sind ebenso vertreten wie interaktive Anwendungen und Rauminszenierungen. Mit Abwechslungsreichtum und Raffinesse soll den Museumsbesuchern die Funktionsweise des Gehirns und alles was damit zusammen hängt, näher gebracht werden. Seit 1997 zeugen Ausstellungen wie „Sex und Evolution“, „Leben in der Dunkelheit“ und zuletzt „Wasser bewegt“ von der erfolgreichen Zusammenarbeit und langjährigen Kooperation vom LWL-Museum für Naturkunde mit Prof. Cordula Hesselbarth.

Kurzvorstellung der einzelnen Arbeiten

Foto: LWL/Steinweg

Wahrnehmungsveränderung durch Drogen – Eine Ausstellungsstation von Clara Sophie Klein

Unser Gehirn verfügt über ein ausgesprochen wirkungsvolles Belohnungssystem, das uns Menschen motiviert und positive Verhaltensweisen fördert. Eine negative Begleiterscheinung ist, dass diese Mechanismen auch der Grund für Suchtanfälligkeiten durch Drogen sind. Doch warum nehmen wir überhaupt Drogen? Die Drogensucht und die damit einhergehenden Auswirkungen auf das Gehirn visualisierte die Studentin Clara Sophie Klein in ihrer Ausstellungsstation. Die vier Themenbereiche – Worin besteht der Anreiz, Drogen zu nehmen? Was ist Sucht? Wie gelangen Drogen in den Körper? Und wie kommt die Wirkung der Drogen zu Stande? – befördern den Besucher immer tiefer in ein fesselndes Thema.

Foto: Lena Zeise

Schlaflos durch die Nacht – Eine Serie von Animationsfilmen von Sofia Cavelius

Warum hält uns Stress wach? Was macht blaues, elektronisches Licht mit unserem Schlafverhalten? Was passiert wenn wir Schlafmittel einnehmen? Und macht Schlafentzug eigentlich dumm? Die Ausstellungsstation „Schlaflos durch die Nacht“ von Sofia Cavelius bietet die Antworten auf all diese Fragen, in Form von vier kurzen Animationsfilmen, die in eine Wandgestaltung integriert wurden. Sie erklären die komplexen Vorgänge im menschlichen Gehirn, die mit der Problematik der Schlaflosigkeit einhergehen.

Foto: LWL/Steinweg

Schlaf im Tierreich – Eine Ausstellungsstation von Linda Lübbering

Wie schlafen Tiere? Und wie viel Schlaf brauchen sie? Warum gibt es Schlaf überhaupt? Sind Faultiere wirklich so faul? Warum fallen schlafende Vögel nicht vom Baum? Und können Tiere eigentlich träumen? Dass wir schlafen, ist für uns Menschen eine Selbstverständlichkeit. Wirft man jedoch einen Blick ins Tierreich, stellt man schnell fest, dass Schlaf gar nicht so selbstverständlich ist. Für Tiere stellt das Schlafen meistens eine Gefahr dar: wer schläft, hat nur noch eine eingeschränkte Sinneswahrnehmung – die Chance für potentielle Fressfeinde. Es stellt sich also die Frage, warum der Schlaf sich dennoch im Laufe der Evolution über die Artgrenzen hinweg durchgesetzt hat. Welche Vorteile bietet er?

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Foto: LWL/Steinweg

Leben mit und ohne Schmerz – Eine Ausstellungsstation von Judith Becker

Wer kennt ihn nicht, den Schmerz? Stechend, reißend, zwickend, krampfend – Schmerz kann überraschend vielseitig sein! Als Warnsignal lehrt er uns, auf uns Acht zu geben. Die Ausstellungsstation von Judith Becker beschäftigt sich mit der subjektiven Sinneswahrnehmung des Schmerzes. Sechs unterschiedliche Wandgestaltungen widmen sich diesem vielseitigen Thema und klären über Bedeutung, Entstehung und Arten auf. Ein sympathisches Schmerzmonster und der schmerzauslösende Kobold, begleiten den Museumsbesucher durch die einzelnen Themenschwerpunkte.

Foto: LWL/Steinweg

Die Evolution des Gehirns – Eine Ausstellungsstation von Solveig Weiß

Es ist bis in die heutige Zeit schwer nachzuvollziehen, wie sich Nervenverbindungen von bereits ausgestorbenen Lebewesen entwickelt haben. Der evolutionäre Prozess der Nerven wird in drei Entwicklungsprozesse eingeteilt: radiale, symmetrische und besondere Nervenverbindungen. Die Entwicklung des Gehirns zeichnet sich vor allem durch eine Vergrößerung des Vorderhirns aus. Die Station zum Thema „Die Evolution des Gehirns“ von Solveig Weiß befasst sich mit den bedeutendsten Stufen der Nerven- und Gehirnentwicklung. Besonders wichtig war der Studentin die Nervensysteme und Gehirnformen für alle Museumsbesucher sichtbar und vor allem erfahrbar zu machen. Die Station soll sowohl blinde als auch sehende Besucher anregen sich mit den unterschiedlichen Stufen von Nervensystemen
und der Variationen von Gehirnen zu befassen.

Foto: LWL/Steinweg

Schlaf – Wie und Warum schlafen wir? – Eine Wandgestaltung von Kristina Labs

Warum schläft der Mensch? Welche Abläufe durchleben wir in der Nacht, während wir scheinbar reglos liegen? Warum brauchen wir in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich viel Schlaf? Die Erforschung des menschlichen Schlafs ist in der Wissenschaft ein recht junges Forschungsfeld. Schlafen müssen wir alle – jedoch wird über die Bedeutung des Schlafs immer noch vielfach diskutiert. Sicher ist nur, dass Ruhephasen für uns Menschen überlebenswichtig sind. Die Abschottung von der Außenwelt bedeutet aber keineswegs, dass der Geist während des Schlafs inaktiv ist.

Foto: LWL/Steinweg

Emotionen – Eine Raumgestaltung von Isabeau Backhaus

Emotion kommt von dem lateinischen »emovere«, was bedeutet »heraus bewegen, oder gar »empor gewühlt«. Emotionen bewegen uns. Gerade jetzt in einer politisch bewegten Zeit lassen wir Emotionen nur allzu gerne heraus. Manchmal wünschen wir uns sie besser zu verstehen, zu wissen wie sie überhaupt entstehen und oft auch, dass wir sie gar nicht hätten. Gefühle sind immer noch ein Mysterium für uns, dessen Zentrum in unserem Gehirn selbst liegt. Emotionen sind das zentrale Thema der Raumgestaltung der Studentin Isabeau Backhaus. Eine Kombination aus lebensgroßen Figuren, Schautafeln und interaktiven Klappelementen eröffnen dem Museumsbesucher eine Tür zu einer anderen, jedoch wohl bekannten Welt. Er kann prüfen wie gut er selbst Emotionen erkennen kann und wird vor die Wahl gestellt welche Emotion er gerne weglassen würde, sofern er die Wahl hätte.

Link zur Homepage: MSD / Münster School of Design