Museumsroboter KIM führte durch Ausstellung „Das Gehirn“

Museumspädagogin Gerda Windau und Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier mit dem Museumsroboter KIM. Foto: LWL/Steinweg

Er war freundlich und hilfsbereit, er zwinkerte Museumsgästen zu, spielte mit ihnen Verstecken, und wenn ihm langweilig war, pfiff er vor sich hin. Mit KIM - der Künstlichen Intelligenz im Museum – konnten wir für die Dauer der Ausstellung einen neuen „Mitarbeiter“ bei uns im LWL-Museum für Naturkunde begrüßen. KIM ist ein Museumsroboter, der Besucher durch die Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ führte und ihnen Wissenswertes zu verschiedenen Ausstellungsobjekten erklärte.

Foto: LWL/Steinweg

Via Facebook hatten wir um Namensvorschläge gebeten. Wir bedanken uns bei allen, die uns ihre Ideen haben zukommen lassen! Ein ganz besonderer Dank geht an Melanie Kästingschäfer, die sich den Namen KIM ausgedacht hat. Es waren so viele tolle, witzige, intelligente Vorschläge dabei und unsere Jury hat sich lange beraten.

„KIM hat sich persönlich den Besucherinnen und Besuchern vorgestellt. Auch mit Gruppen hatte er kein Problem, da eine 3D-Kamera im Kopf sowie weitere Kameras und Sensoren für ein sicheres Navigieren durch das Museum sorgten, selbst wenn mal ein Gast seinen Weg einschränkte“, erklärt Gerda Windau, Museumspädagogin des LWL-Museums.
Wir haben das Modell auf einer Museumstour gesehen und waren sofort überzeugt, dass er perfekt ins Konzept der Ausstellung passt“, sagt Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier. Denn ein großer Themenbereich der Sonderausstellung war das Thema Künstliche Intelligenz, und der neue Mitstreiter gehörte in dieses Forschungsgebiet.

Foto: LWL/Steinweg

„Die Möglichkeiten ihn individuell anzupassen sind vielfältig. Er kann für bestimmte Räume und Objekte programmiert werden und fährt dann selbständig dort hin. Falls ein Bereich ausgelassen oder übersprungen werden soll, ist das kein Problem. Und wenn er doch einmal jemanden berührt, bittet er um Entschuldigung“, so Massier.

Entwickelt wurde der Roboter von MetraLabs aus Ilmenau (Thüringen), die sich auf mobile Service-Roboter spezialisiert haben. „In der Ausstellung haben wir konkret das Thema Veränderung der Arbeitswelt und die Angst vor Jobverlusten angesprochen“, erklärt Massier.

Hintergrund zur Ausstellung

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigte vom 29. Juni 2018 bis zum 05. Januar 2020 die inklusive Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“. Auf 1.200 Quadratmetern lernten Besucherinnen und Besucher die anatomische Vielfalt und die enormen Leistungen dieses komplexen Organs kennen. Im Gehirn werden sämtliche Reize verarbeitet. Die Persönlichkeit formt sich, Gefühle entstehen, Pläne werden geschmiedet und Traumwelten erschaffen. Im Fokus der Ausstellung standen neben dem Menschen die künstliche Intelligenz und die Welt der Tiere. Die Ausstellung war dank Brailleschrift, einem speziellen, mehrsprachigen Audioguide und Tastmodellen für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Sehende oder für Hörbehinderte, die an den Mitmachstationen ihre übrigen Sinne erforschen konnten. Begleitend zur Ausstellung wurden museumspädagogische Programme für Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.