Sagenhaftes Münsterland

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 22. Mai 2015 die neue Sonderausstellung "Leben in der Dunkelheit". Einer der Ausstellungsräume thematisiert das "Sagenhafte Münsterland". Hier können Besucher an Hörstationen von muensterland.de vertonten Podcasts lauschen. Thematisch sind die Sagenhaften Podcasts eingegliedert in den Bereich „Mensch und Dunkelheit“. Außerdem werden großformatige Fotos von den Spielorten der Sagen aus dem Münsterland zu sehen sein.

Eigens dafür ist der LWL-Fotograf Christoph Steinweg durch das Münsterland zu den Orten der Sagen gereist und hat so unter anderem Bildeindrücke vom Tecklenburger Hexenpfad eingefangen, die Burgen Gemen in Szene gesetzt, ebenso wie Haus Marck bei Tecklenburg oder die Davert, die ebenfalls Spielort zahlreicher Sagen ist.

Foto: LWL/Steinweg

Sagenhafte Podcasts

Die folgenden Podcasts wurden von dem Regionalportal muensterland.de vertont und erwarten die Besucher in der neuen Sonderausstellung "Leben in der Dunkelheit". Sie können hier per Mausklick angehört werden:

Foto: Regionalportal muensterland.de

In der Rubrik „Sagenhaftes Münsterland“ auf dem Regionalportal muensterland.de können Sie eine Vielzahl weiterer Sagen aus dem Münsterland in Textform sowie weitere Podcasts zum Anhören aufrufen.

Entstehungsgeschichte der Rubrik "Sagenhaftes Münsterland"

Regionalportal muensterland.de

Foto: LWL/Steinweg

Wer heute die Rubrik „Sagenhaftes Münsterland“ auf dem Regionalportal muensterland.de aufruft, stößt hier auf die größte Sagensammlung des Münsterlandes und auf nicht weniger als 76 Erzählungen von Waldgeistern, Schlossgespenstern und Spökenkiekern. Männer ohne Kopf, spukende Finanzverwalter, teuflische Umtriebe in der Davert und vieles mehr sind Thema der Sagen und Legenden aus der gesamten Region rund um Münster. Keine Selbstverständlichkeit, denn viele dieser Sagen waren bereits auf dem besten Wege, völlig in Vergessenheit zu geraten…

Foto: LWL/Steinweg

Das erste Mal stieß die Redaktion des Regionalportals im Rahmen von Recherchen zum Schloss Velen auf eine alte Erzählung zu einer geheimen Falltür im Schloss, die in früherer Zeit vom damaligen Schlossherrn angeblich für einige Missetaten genutzt worden sein soll. Schnell gepackt von dem Thema, recherchierte die Redaktion zunächst weiter online zur Sagenwelt des Münsterlandes und schließlich auch in Bibliotheken der Region. Die größten literarischen Schätze fand sie dabei in der Bibliothek des Westfälischen Heimatbundes in Münster.

„In vielen Schriften waren teils Sagensammlungen, teils nur vereinzelte Erzählungen zu finden. Die meisten davon noch in Sütterlin und teilweise nur in Rudimenten“, erinnert sich Ingmar Bojes, Redakteur des Internetportals, der sich die Aufarbeitung der Münsterländer Sagenwelt zur Aufgabe machte. „Manche Erzählungen bestanden gerade mal aus drei oder vier Sätzen, dem wesentlichen Kern der Erzählung.“

Foto: LWL/Steinweg

Nach dem Sichten und Sammeln des Materials machte sich die Redaktion ans Werk und begann, die alten Geschichten neu zu erzählen. Die Sprache der Erzählungen wurde dabei zwar an die heutige Zeit angepasst, jedoch ohne die teils altertümliche Atmosphäre zu verlieren. Hier und da wurden die Sagen ausgeschmückt, jedoch immer, ohne dass dabei der Kern der Erzählung verändert wurde. „Alle bei uns zu lesenden Sagen haben eine historische Wurzel“, betont Bojes. Zusätzlich wurde ein Grafiker beauftragt, der die Erzählungen mit stimmungsvollen, passenden Bildern illustrierte.

Nachdem die Serie, die aus diesen Arbeiten entstanden war, bei den Lesern auf großes Interesse gestoßen und die Sammlung auf über 70 Erzählungen gewachsen war, stand zwar fest: Weitere historische Sagen wird es nicht geben. Aber: Das Material hatte Potenzial zu mehr und sollte noch lebendiger präsentiert werden.

Foto: LWL/Steinweg

Und so startete muensterland.de zum Herbst 2009 eine Podcastreihe. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln, passender Sound- und Musik-Untermalung vertonte die Redaktion zwei Dutzend der Sagen. Passend zur dunklen Jahreszeit entzündete so ausgerechnet ein Online-Portal die virtuellen Lagerfeuer und lud seine User ein, daran Platz zu nehmen und den alten Geschichten zu lauschen. „So gelang es nicht nur, das Kulturgut der Sagen des Münsterlandes wieder ins Bewusstsein zu rücken, sondern zugleich, sie auf lebendige Weise ins Internet zu bringen“, so Bojes.

Heute ist die Rubrik „Sagenhaftes Münsterland“ ein fester Bestandteil des Internetportals und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit bei den Lesern.

Hintergrund zur Ausstellung

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 22. Mai die neue, inklusive Sonderausstellung „Leben in der Dunkelheit“. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucher die erstaunliche Vielfalt und die beeindruckenden Fähigkeiten von Lebewesen kennen, die sich an ein Leben ohne Licht angepasst haben. Wichtigstes Thema der Ausstellung ist die Orientierung in und Anpassung an Dunkelheit und Lichtmangel. Alle Sinne werden angesprochen und diese Sinne werden auch bei den Besuchern aufgeweckt. So ist die Ausstellung, dank Brailleschrift, einem speziellem Audioguide und unzähligen Tastmodellen, für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Hörbehinderte, die an den Riech- und Mitmachstationen ihre übrigen Sinne erforschen können oder für Sehende, die sich mit Gehör und Geruch die Höhlen, den Boden, die Tiefsee und die Nacht erschließen können. Begleitend zur Ausstellung wird ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen für Kinder und Jugendliche angeboten. Abgerundet wird das Angebot durch Führungen für Erwachsene oder Literarische Rundgänge durch die Ausstellung.

 

⇑ Zum Seitenanfang