Münster bei Nacht zu sehen im LWL-Museum für Naturkunde

Aufruf zum westfalenweiten Fotowettbewerb

Foto: LWL/Steinweg
Foto: LWL/Steinweg

Ob Aasee, Schloss oder Prinzipalmarkt - die Liste von typischen Motiven Münsters ist lang. Eine neue Perspektive auf die Stadt bieten dagegen zwölf Fotografien von „Münster bei Nacht“, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 22. Mai im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Leben in der Dunkelheit“ in seinem LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucher die Vielfalt und die Fähigkeiten von Lebewesen kennen, die sich an ein Leben ohne Licht angepasst haben, zu denen auch der Mensch gehört.

 

Foto: LWL/Steinweg

Die Fotografien werden im Eingangsbereich der neuen Ausstellung zu sehen sein und dienen als Einstieg in das Thema Dunkelheit „Auf den Fotos sind Menschen zu sehen, die in Münster leben oder arbeiten. Wir zeigen den Obdachlosen auf einer Parkbank, den Barkeeper in seiner Nachtschicht, einen Fahrraddieb auf dem Domplatz, Polizisten auf Streife oder Feuerwehrmänner im Einsatz“, erklärt der Fotograf Christoph Steinweg. Der gebürtige Münsteraner, der seine dreijährige Ausbildung zum Fotografen vor knapp einem Jahr im LWL-Medienzentrum für Westfalen abschloss, ist seit Oktober 2014 im LWL-Museum für Naturkunde als Fotograf angestellt.

Bevor sich Steinweg an die gestalterische Umsetzung der Motive begeben konnte, erarbeitete er gemeinsam mit den Ausstellungsmacherinnen Dr. Katharina Freyth-Weber und Andrea Florez Jurado ein inhaltliches Konzept. „Wir haben unterschiedlichste Personengruppen ausgewählt, die in Münster leben und Orte gesucht, die typisch für Münster sind“, sagt Steinweg und ergänzt: „Alle Aufnahmen sind nachts in der Dunkelheit entstanden, wobei wir einige der Szenen, wie etwa den Fahrraddieb ‚bei der Arbeit‘, nachgestellt haben.“

 

Die nächtliche Arbeit stellte den Fotografen aufgrund der schwierigen Lichtverhältnisse vor eine besondere Herausforderung. Steinweg nutzte für seine Aufnahmen verschiedene Kunstlichtquellen, darunter Autoscheinwerfer, Straßenleuchten und Taschenlampen. „Die Bildbearbeitung von Fotos, die in der Dunkelheit aufgenommen wurden, gestaltet sich aufwändig. Dabei versuche ich, die inhaltliche Ebene im Nachhinein nicht mehr zu verändern und nur das herauszuarbeiten, was ich tatsächlich gesehen habe“, sagt Steinweg.

 

Hintergrund zur Ausstellung

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 22. Mai die neue, inklusive Sonderausstellung „Leben in der Dunkelheit“. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucher die erstaunliche Vielfalt und die beeindruckenden Fähigkeiten von Lebewesen kennen, die sich an ein Leben ohne Licht angepasst haben. Wichtigstes Thema der Ausstellung ist die Orientierung in und Anpassung an Dunkelheit und Lichtmangel. Alle Sinne werden angesprochen und diese Sinne werden auch bei den Besuchern aufgeweckt. So ist die Ausstellung, dank Brailleschrift, einem speziellem Audioguide und unzähligen Tastmodellen, für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Hörbehinderte, die an den Riech- und Mitmachstationen ihre übrigen Sinne erforschen können oder für Sehende, die sich mit Gehör und Geruch die Höhlen, den Boden, die Tiefsee und die Nacht erschließen können. Begleitend zur Ausstellung wird ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen für Kinder und Jugendliche angeboten. Abgerundet wird das Angebot durch Führungen für Erwachsene oder Literarische Rundgänge durch die Ausstellung.