Hirschpaar als Hingucker

Blick hinter die Kulissen: Herstellung des größten Exponates der Sonderausstellung S e x und Evolution

Foto: LWL/Oblonczyk

Nanu, wem wird denn da das Fell über die Ohren gezogen?

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und erfahren Sie, wie das größte und beeindruckendste Tierpräparat der Sonderausstellung entstanden ist.

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Das größte Ausstellungsstück der Schau wurde eigens angefertigt und ist als Highlight direkt im Eingangsbereich der Sonderausstellung zum Thema Sexualität als Motor der Evolution zu sehen.

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Bereits im Sommer 2012 begannen der zoologische Präparator Rudolf Loheide gemeinsam mit der präparationstechnischen Volontärin Jacqueline Winkler die beiden größten Tierpräparate anzufertigen. Sie zeigen eine Hirschkuh und einen Hirsch bei der Paarung. "Die beiden Hirsche sind unser größtes und aufwändigstes Präparat. Sie werden ganz sicher ein Hingucker", freute sich Ausstellungsmacherin Lisa Klepfer während der Anfertigung der Dermoplastiken. "Die Tiere sind jetzt im Eingangsbereich der Sonderausstellung zu sehen und machen dort auf eine grundsätzliche Frage aufmerksam: Warum pflanzt sich die Mehrheit der Lebewesen auf unserer Erde sexuell fort und nicht auf andere Weise? Die Besucher erfahren in der Ausstellung, wie Evolutionsbiologen diese Frage beantworten und lernen alternative Fortpflanzungsarten kennen", erklärt die Wissenschaftlerin.

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Für die Präparation wurde den Rothirschen zunächst die Haut abgezogen. "Die Haut des männlichen Hirsches riecht besonders streng. Der Gestank ist typisch für die Brunftzeit", erklärt Präparator Rudolf Loheide. Bevor die Hirschhäute zum Gerben bereit waren, mussten sie durch das Einmassieren von Salz entwässert werden. Nach knapp zwei Monaten beim Gerber waren die Häute haltbar und hatten ihren Geruch verloren. Anschließend wurden sie auf ein vorgefertigtes Modell aufgezogen. Mit Nadel und Faden nähten Loheide und Winkler die Haut auf dem Modell zusammen. Die Nähte sind an unauffälligen Stellen gesetzt und für den Betrachter nur schwer erkennbar.

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Das acht Kilogramm schwere Geweih wurde auf dem Kopf des Hirsches an einer Holzplatte befestigt, die fest mit dem Kopf des Hirsches verbunden ist. Als letzten Arbeitsschritt setzte Loheide die braunen Kunststoffaugen in den Hirschkopf ein. Nun stehen die beiden Tiere im Eingangsbereich der Ausstellung und warten auf viele Besucher.

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Die Sonderausstellung „Sex und Evolution“ ist im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen. Auf einer Fläche von über 500 Quadratmetern präsentiert das LWL-Museum für Naturkunde das Thema „Sexualität“ als Motor der Evolution. Begleitend zur Sonderausstellung wird ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen für Kinder und Jugendliche angeboten. Abgerundet wird das Angebot durch attraktive Führungskonzepte für Erwachsene. Zusätzlich finden wieder Literarische Rundgänge durch die Ausstellung sowie Begleitvorträge statt.

Geöffnet hat das Museum an der Sentruper Str. 285 in Münster von dienstags bis sonntags, 9-18 Uhr.