Blick hinter die Kulissen: Charles Darwins Studierzimmer

Das Studierzimmer des Naturforschers wird im Museum nachgebaut

Foto: LWL/Fialla

Eine Nachbildung von Charles Darwins Studierzimmer, dem berühmten Naturforscher, ist Teil der Sonderausstellung "Sex und Evolution", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Museum in Münster zeigt.

Der britische Naturforscher Charles Darwin legte mit seinen Beiträgen zur Evolutionstheorie den Grundstock für das heutige Verständnis über die Entstehung von Tier- und Pflanzenarten. Darwin bewies in seinen 1859 veröffentlichten Studien, dass die Entstehung von Arten auf naturwissenschaftlichen Grundlagen beruht.

In seinem Haus in Downe bei London verbrachte der Wissenschaftler gemeinsam mit seiner Familie die meiste Zeit seines Lebens. Darwins Studierzimmer wurde anhand von Fotos originalgetreu rekonstruiert. "Wir wollen in diesem Zimmer dem Besucher die Themen 'natürliche Selektion‘ und 'sexuelle Selektion‘ anschaulich verdeutlichen", sagt Dr. Jan Ole Kriegs, Ausstellungsmacher und wissenschaftlicher Kurator im LWL-Museum. Kriegs: "Darwin hat eine Weile gebraucht, bis er die Pracht eines Pfaus verstanden hat. Sie passte ihm nicht so recht ins Konzept der natürlichen Selektion."

Foto: LWL/Oblonczyk

Beatrix Clement, Diplom-Designerin und Malerin im LWL-Museum für Naturkunde, fertigte für die Nachbildung des Studierzimmers einen täuschend echten Marmorkamin an. "Echte Substanzen werden imitiert und durch alternative Materialien ersetzt", erklärt sie. Mithilfe einer gemalten Scheinoberfläche ließe sich das charakteristische Muster von Marmor wirkungsvoll imitieren.

Foto: LWL/Oblonczyk

Die Materialimitation braucht mehrere Schritte: Bevor Clement mit der Marmorierung beginnen konnte, mussten die Schreiner des Museums zunächst das Grundgerüst des Kamins aus Holz bauen und anschleifen. Um einen hellen Marmorfarbton - ähnlich dem aus Darwins Studierzimmer - zu erreichen, grundierte Clement das Modell in einem ersten Schritt weiß. Nach einem abschließenden hochwertigen weißen Farbauftrag zog die Malerin mit einem Borstenpinsel verschiedene Graunuancen in die noch feuchte Farbfläche ein und verwischte diese teilweise wieder. "Durch die unterschiedlichen Grautöne kommt die Plastizität der Oberfläche zum Ausdruck", so die Designerin.

Foto: LWL/Oblonczyk

Damit der Kamin einen marmorähnlichen Charakter aufweist, trug Clement verschiedene dünne Lasuren unter anderem mit einem Tuch auf. Zum Schluss wurden mit einem feinen Spitzpinsel Adern in den Marmor eingezogen. "Ein abschließender seidig glänzender Schutzanstrich suggeriert dem Besucher den edlen Stein", freut sich Clement über ihr fertiges Werk. Für die Anfertigung allein des Kamins waren mehrere Arbeitstage nötig.

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Die Sonderausstellung „Sex und Evolution“ ist im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen. Auf einer Fläche von über 500 Quadratmetern präsentiert das LWL-Museum für Naturkunde das Thema „Sexualität“ als Motor der Evolution. Begleitend zur Sonderausstellung wird ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen für Kinder und Jugendliche angeboten. Abgerundet wird das Angebot durch attraktive Führungskonzepte für Erwachsene. Zusätzlich finden wieder Literarische Rundgänge durch die Ausstellung sowie Begleitvorträge statt.

Geöffnet hat das Museum an der Sentruper Str. 285 in Münster von dienstags bis sonntags, 9-18 Uhr.