Sammlungen

Zoologie

Zoologische Sammlungen

Das zoologische Magazin im LWL-Museum für Naturkunde. Foto: LWL/Steinweg

Zoologische Sammlung

Das LWL-Museum für Naturkunde beherbergt eine umfangreiche zoologische Sammlung untern anderem mit Insekten, Mollusken, Spinnen, Vögeln und Säugetieren.

Sammlungsbestand

Es kann von einem Sammlungsbestand von über einer Millionen Objekten ausgegangen werden. In der Sammlung befinden sich Belege der westfälischen Fauna aus allen Landesteilen, die für aktuelle Forschungen zur Entstehung und Gefährdung der heimischen Tierwelt benötigt werden. Es handelt sich um sehr unterschiedliches Sammlungsmaterial.

Große Insektensammlung

Den weitaus größten Anteil nimmt die Insektensammlung ein. Seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Westfalen Insekten auf wissenschaftlicher Basis gesammelt. Diese Sammlungen wurden initiiert durch den Zusammenschluss der Forscher in der zoologischen Sektion des Westfälischen Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst. Als engeres Sammlungsgebiet ist, entsprechend dem Aufgabenbereich als Landesmuseum, Westfalen-Lippe anzusehen.

Veröffentlichungen

Teilbereiche der Sammlungen sind bereits veröffentlicht, etwa durch die Schriftenreihenfolge der „Coleoptera Westfalica“.
Literatur: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde; 63. Jahrgang, 2001, Heft 3.

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Botanik

Botanische Sammlungen

Pflanzenbelege im Herbarium im LWL-Museum für Naturkunde. Foto: LWL/Oblonczyk

Herbarium

Das LWL-Museum für Naturkunde besitzt die größte botanische Sammlung in Nordrhein-Westfalen.

Das Herbarium des Museums umfasst mehr als 300.000 Einzelbelege.

Was ist ein Herbarium?
Ein Herbarium dient als Archiv. In ihm werden Pflanzen archiviert, die getrocknet und gepresst wurden. Jeder Pflanzenbeleg liegt auf einem Herbarbogen. Dort sind u.a. Fundort und Datum vermerkt. Die Pflanzen verlieren in aller Regel ihre natürliche Färbung, sind im herbarisierten Zustand jedoch sehr lange aufzubewahren. Alle für die Identifikation notwendigen Merkmale bleiben erhalten. Diese Pflanzen sind für die Bestimmung genauso gut geeignet wie frische und deutlich besser geeignet als Zeichnungen oder Fotos, weshalb man sie heute noch genauso zur Bestimmung nutzt wie früher.

Erforschung der Pflanzenwelt
Die intensive floristische Erforschung Westfalens begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Nachdem es zunächst Ärzte und Apotheker waren, die sich mit der heimischen Pflanzenwelt beschäftigten, waren es zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend Lehrer, die die Erforschung der heimischen Flora und die Vermittlung botanischen Wissens vorantrieben. Insgesamt fanden die Naturwissenschaften mehr Beachtung. Davon profitierte auch die floristische Erforschung Westfalens und das allgemeine Interesse an heimischen Pflanzen. Die Herbarien vieler westfälischer Botaniker der ersten Stunde befinden sich heute im LWL-Museum für Naturkunde.

Bemerkenswerte Sammlungen und Sammler
Zu den wertvollsten Sammlungen in Münster gehört das Herbarium des Arztes Johann Albert Luyken (1784 bis 1867), der bereits als Schüler in der Umgebung von Detmold Pflanzen sammelte und diese Sammlung bei seinen zahlreichen Reisen vergrößerte. Die Sammlung von Luyken kam im Jahr 1936 als Schenkung in das Museum.

Die erste westfälische Flora, das heißt ein Verzeichnis der in Westfalen vorkommenden Pflanzen, erschien im Jahre 1837. Aber das heute wichtigste Florenwerk für Westfalen ist die von Conrad Friedrich Ludwig Beckhaus (1821 bis 1890) verfasste und erst nach seinem Tode erschienene „Flora von Westfalen“ aus dem Jahr 1893. Sein umfangreiches Herbarmaterial ist in Münster erhalten geblieben.

Weitere bemerkenswerte Sammler und Sammlungen sind: Ludwig Volrad Jüngst, Rudolf Simon Brandes (1795 bis 1842), Karl Ernst August Weihe (1779 bis 1834) und Clemens Maria Franz von Bönninghausen (1785 bis 1864).

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Geowissenschaften

Geologisch-paläontologische Sammlungen

Sammlungsschränke in der geologisch-paläontologischen Sammlung. Foto: LWL/Oblonczyk

Geowissenschaftliche Sammlung

Die Sammlung beinhaltet ca. 50.000 Objekte und gliedert sich in die Sammlungsbereiche Geologie, Mineralogie und Paläontologie.

Den größten Anteil nimmt die paläontologische Sammlung ein. Diese Sammlung ist von internationaler Bedeutung und stammt in der Regel aus Westfalen-Lippe.

Fossilien als Bodendenkmäler
Seit 1980 können in Nordrhein-Westfalen nach dem Denkmalschutzgesetz Fossilien als Bodendenkmäler geschützt werden. Das LWL-Museum für Naturkunde konnte seit dieser Zeit viele Fossilien retten, die bei Eingriffen in den Untergrund gefährdet waren. Die Versteinerungen geben eine Übersicht über die Entwicklung der Landschaft Westfalens und des Lebens in der Region.

Sammlungsbedeutung
Von herausragender Bedeutung in der Sammlung sind die größten Ammoniten der Welt aus Westfalen, die schon seit 1887 bzw. 1895 im Eigentum des LWL-Museums für Naturkunde sind.

Von internationaler Bedeutung sind auch die Funde aus dem Karbon bei Hagen-Vorhalle. Hier konnte das Museum in Grabungen von 1990 bis 1997 unter anderem 300 fossile Insekten bergen. Bisher konnten 18 verschiedene Arten nachgewiesen werden. Eine Reihe von Veröffentlichungen liegt hierzu vor.

Von großer Bedeutung sind auch die Dinosaurier-Funde aus dem Wiehengebirge, die 1998 entdeckt und ausgegraben wurden. Die Funde sind einem Raubsaurier zuzuordnen, der einem 13 m langen Allosaurus hinsichtlich der Größe noch übertroffen haben muss.

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Ethnologie

Ethnologische Sammlungen

Sammlungsregale in der ethnologischen Sammlung im LWL-Museum für Naturkunde. Foto: LWL/Oblonczyk

Ethnologische Sammlung

In diesem Bereich verfügt das LWL-Museum für Naturkunde nur über eine kleine Sammlung, deren Beginn das Jahr 1995 ist. Damals konnte eine größere historische Sammlung von Gebrauchs- und Kultgegenständen aus den Kulturen verschiedener Plainsvölker von Helmut Kosnick übernommen werden.

Sammlung Kosnick
Kosnick hatte 1973 begonnen, seine Sammlung aufzubauen. Kontinuierlich sammelte er über 20 Jahre vorwiegend Kleidungsstücke, Taschen, Werkzeuge, Waffen, Musikinstrumente, Spielzeug und Zeremonialgeräte der Western-Sioux. Andere Sammlungsstücke stammen von den Cheyenne, Black Feet, Crow, Nez Perce, Apache, Yakima und Ojibwa. Die Objekte entstanden größtenteils Ende des 19. Jahrhunderts, weniges kommt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Einen großen Teil seiner Sammlung bezog Kosnick von dem amerikanischen Händler James M. Luongo, der in New York ein Geschäft und einen Versandhandel besaß. In den 80er Jahren vergrößerte Kosnick seine Sammlung durch Privatkäufe und sporadische Einkäufe bei Auktionen. Die Sammlung umfasste zur Zeit der Übernahme durch das Museum 357 Stücke.

Sammlung zum Kulturareal der Nordwestküste Nordamerikas
Von 2002 bis 2005 beschaffte sich das Museum eine Sammlung zum Kulturareal der Nordwestküste Nordamerikas. Diese Sammlung umfasst zeitgenössische Gebrauchs- und Kultgegenstände. Diese Objekte wurden speziell für eine Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde von Künstlern der Nordwestküste hergestellt. Beschafft wurden Holzschnitzarbeiten, Webarbeiten aus Rinde und Siebdrucke. Während die Siebdrucke vorwiegend in Galerien in Kanada erworben wurden, konnten die Flecht- und Holzarbeiten bei den Künstlern direkt beauftragt werden. Gleichzeit mit der Beschaffung der Exponate erfolgte eine fotografische Dokumentation der größeren Exponate, die die Künstler bei der Arbeit zeigen und den Prozess der Entstehung darstellen.

Kleinere Sammlungen
Darüber hinaus verfügt das Museum über kleinere ethnologische Sammlungen aus Südamerika und Afrika. Diese Sammlungen wurden in der Zeit ab 2002 von Privatsammlern übernommen.

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Sammlungskonzept

Das Sammlungskonzept des LWL-Museums für Naturkunde

Insektensammlung. Foto: LWL/Oblonczyk

Sammlungskonzept für das LWL-Museum für Naturkunde – Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium

Wie in allen anderen Naturkundemuseen bilden die Sammlungen des LWL-Museums für Naturkunde die Voraussetzung für die Wahrnehmung der zwei Hauptaufgaben: Vermittlung und Forschung.

Museen wirken vor allem durch Dauer- und Sonderausstellungen in der Öffentlichkeit. Insbesondere die Präsentation von Ausstellungen ist daher als Aufgabe von Museen im öffentlichen Bewusstsein.
Die übrigen Museumsaufgaben, das Sammeln, Bewahren und Forschen, sind dagegen in der Öffentlichkeit wenig geläufig. Dabei bilden gerade diese Aufgaben die Grundlage für die Dauerausstellungen, die Präsentation von Sonderausstellungen und die Vermittlung von Inhalten als Bildungsaufgaben der Museen.

Zu den Aufgaben von Museen formuliert ICOM (Internationaler Museumsrat) in seinen ethischen Richtlinien: „Museen bewahren, zeigen, vermitteln und fördern das Verständnis für das Natur- und Kulturerbe der Menschheit“.

Hieraus ergeben sich die folgenden Kernaufgaben der Museen:
- Sammeln
- Bewahren
- Dokumentieren und Forschen
- Ausstellen und Vermitteln

Als ein Grundsatz im Hinblick auf die Museumssammlungen wird in den ethischen Richtlinien von ICOM genannt: „Museen haben die Aufgabe, ihre Sammlungen als Beitrag zum Schutz des natürlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Erbes zu erwerben, zu bewahren und fortzuentwickeln“.

Entsprechend diesen Aufgaben und Richtlinien nimmt das LWL-Museum für Naturkunde seine Sammlungsaufgabe wahr.
 

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