Museumsfotograf unterwegs in Westfalen

Museumsfotograf Christoph Steinweg fotografierte für die neue Ausstellung „Vom Kommen und Gehen“ Mountainbiker im Teutoburger Wald. Foto: LWL/Gemmeke

Mit der Kamera quer durchs Land für neue Ausstellung

Eigentlich hat er festen Betonfußboden unter sich. Gelegentlich auch das Museumsparkett, wenn er sein Studio zum Fotografieren verlässt. Für eine neue Ausstellung hat es den Christoph Steinweg diesmal jedoch quer durchs Land gezogen: in moosige Wälder, auf schroffe Äcker und nasskalte Flüsse. Einige Aufnahmen sind ab Freitag (30.6.) im LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu sehen. Wie abwechslungsreich und vielseitig der Nordwesten Deutschlands sein kann, hat der LWL-Museumsfotograf für die neue Dauerausstellung „Vom Kommen und Gehen – Westfälische Artenvielfalt im Wandel“ dokumentiert.

Museumsfotograf Christoph Steinweg bei der Arbeit. Foto: LWL/Gemmeke

Ein leises „Klick“ und der Blitz steht fest auf seinem Stativ, der Generator piepst im Sekundentakt vor sich hin. Das Equipment, was er sonst – gut behütet, trocken und windgeschützt – in seinem Fotostudio im Museum verwendet, steht plötzlich auf feuchtem Lehm, unter nadelnden Kiefern. Seine Kamera hat sich Steinweg um den Hals gehängt, während er die letzte Feinjustierung der Lichtanlage vornimmt. Nur ein paar Momente später rasen drei Mountainbiker an ihm vorbei, vielleicht einen oder zwei Meter entfernt von seiner Linse. Was die meisten Hobbyfotografen bei ihrem Ausflug in die Natur wahrscheinlich ziemlich erschreckt und in Angst um die sensible Ausrüstung versetzt hätte, hat Steinweg genau so geplant. Die drei Radfahrer sind „Models“, die den Abhang nach Sichtung der Fotoausbeute des ersten Versuchs erneut hochsteigen. „So ähnlich hab ich mir das schon vorgestellt“, meint der Fotograf mit einem Blick aufs Display seiner Kamera. Nach ein paar weiteren Abfahrten der Fahrer ist das Motiv wortwörtlich „im Kasten“: ein weitwinkliges Panorama mitten im Teutoburger Wald, dynamische Aktion im Vordergrund, die ein blauer Himmel oberhalb stimmig abrundet.

Für Aufnahmen wie diese reist Steinweg derzeit quer durchs Land. „Neben dem Naturraum Westfalen, sollen dabei die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten der Natur im Fokus stehen“, erklärt der 25-Jährige. Steinweg wurde 2011 im LWL-Medienzentrum für Westfalen zum Fotografen ausgebildet und mit Auszeichnung übernommen. Seitdem ist er im Auftrag des LWL unterwegs, sei es für wissenschaftliche Arbeiten, Werbe- und Pressematerial oder eben für die passende Bebilderung von neuen Ausstellungen.

Biker im Teutoburger Wald. Foto: LWL/Steinweg

Hintergrund zur Ausstellung

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 30. Juni 2017 die neue Dauerausstellung „Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel“. Auf 320 Quadratmetern erleben Besucher das Kommen und Gehen von Tieren und Pflanzen. Die Belege eiszeitlicher Knochenfunde verschwundener Tierarten sind als Originale in der Ausstellung zu sehen. Besucher können die Tier- und Pflanzenwelt Westfalens entdecken und sich über aktuelle Forschungsergebnisse informieren. Die Ausstellung ist dank Brailleschrift, einem speziellem Audioguide und Tastmodellen für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Sehende oder Hörbehinderte. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.

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