Highlights der Sonderausstellung Wasser bewegt

Die Sonderausstellung ist die bisher größte im deutschsprachigen Raum zum Thema, bei der das feuchte Element für alle Altersgruppen umfassend und facettenreich aufgearbeitet wurde. Die Ausstellung geht mit über 500 Objekten auf biologische bzw. naturwissenschaftliche Themen und auch auf sozialpolitische, wirtschaftlich-technische und gesellschaftswissenschaftliche Inhalte ein.

Flaschenpost. Foto Copyright: LWL/Fialla

Wandelbares Wasser im Mittelpunkt

Die neun Ausstellungsbereiche vermitteln unter anderem die lebenswichtigen Eigenschaften des Wassermoleküls. Sie beschäftigen sich mit dem Lebensraum und ihren Bewohnern. Wetter und Flutkatastrophen aber auch die wirtschaftliche Bedeutung des Wassers und die Problematik des Wassermangels werden betrachtet. Zum Abschluss der Ausstellung findet auch das Thema Hygiene und Badekult einen Platz.

„Ein Leben ohne Wasser – undenkbar. Wasser ist für uns Menschen oft etwas ganz selbstverständliches und manchmal sogar zu selbstverständlich“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb beim Pressegespräch zur Ausstellungseröffnung. „Wasser bietet für unzählige Lebewesen einen gigantischen Lebensraum – und uns einen schillernden Regenbogen an Themen für die Ausstellung.“

Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs: „Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Zumeist handelt es sich dabei um das Salzwasser der Ozeane. Nur etwa 2,5 Prozent sind Süßwasser, von dem wiederum mehr als die Hälfte zu Eis gefroren ist.“

In seiner Rede zur Ausstellungseröffnung betonte Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, wie unberechenbar das nasse Element werden kann. „Unwetterereignisse oder Tsunamis kosten Tausende von Menschen Jahr für Jahr das Leben“, erklärt der Politiker.

 

Besonderheit – fossile mehrzellige Organismen

Fossilien von mehrzelligen Organismen. Foto: LWL/Steinweg

Eine Besonderheit der Ausstellung sind unter anderem vier Versteinerungen aus der Ediacara-Fauna. Vor etwa 560 Millionen Jahren, entwickelten vielzellige Organismen erstmals eine gewisse Formenvielfalt. „Es handelt sich um die ältesten größeren mehrzelligen Organismen überhaupt“, sagt Museumsdirektor Kriegs und erläutert: „Die Organismen aus der Epoche des Ediacariums hatten weder ein Skelett noch eine feste Schale. Deshalb werden nur selten Fossilien aus dieser Zeit gefunden.“

Sandbox – nicht nur für Kinder

Ein weiteres besonderes Ausstellungsstück, bei dem nicht nur Kinder ihren Spieltrieb ausleben können, ist ein besonderer Sandkasten: Die „Augmented Reality Sandbox“. Bei dem Mitmach-Exponat kann der Wasserkreislauf in einer selbstgestalteten virtuellen Landschaft erlernt werden. Die sandgefüllte Box wird durch virtuelle Informationen ergänzt. Das so hinzu projizierte Wasser verhält sich in der Sandlandschaft wie echtes Wasser: Es fließt von höher gelegenen zu tiefer liegenden Gebieten und sammelt sich in Mulden. Ausstellungsmacherin Vanessa Rüttler erklärt den didaktischen Wert dieses Exponats: „Der Besucher kann die Landschaft haptisch selbst verändern und beobachten, wie sich das Wasser verhält. Die Sandbox kann so spielerisch Ausstellungsinhalte wie Flussdynamik und Hochwasserschutz spannend vermitteln.“

Foto: LWL/Steinweg

Trinkwasser aus Nebel gewonnen

Blick in die Ausstellung "Wasser bewegt". Foto: LWL/Steinweg

Auch Zukunftstechnologien werden angesprochen. In der Ausstellung steht ein fünf Meter hoher Turm, das höchste ausgestellte Objekt. Der sogenannte „Warka Water Tower“ kann in abgelegenen Dörfern der Entwicklungsländer zur Gewinnung von Trinkwasser aus der Luft verwendet werden. Der Turm besteht aus einem Bambus-Gerüst und einem Netz aus recycelbarem Kunststoff. Ausstellungsmacherin Jana Johe: „An der kühlen Oberfläche des Netzes kondensiert Luftfeuchtigkeit, wenn nachts die Temperatur fällt und der Taupunkt erreicht wird. Winzige Wassertropfen bleiben bei Nebel an der feinen Netzstruktur hängen. Auch Regen kann so aufgefangen werden. Das gesammelte Wasser fließt mit der Schwerkraft in einen unten stehenden Tank. In Äthiopien wird der Warka Water bereits erfolgreich eingesetzt.“

Bilderausstellung Küstenfischer (bis 28.05.2017)

Die Fotoserie „Küstenfischer“ von Iwona Knorr setzt den Küstenfischern von Rügen und Zingst ein fotografisches Denkmal. Die Fotografin hat mit dieser Bilderreihe Heimatforschung mit der Kamera betrieben. Es werden Menschen gewürdigt, die harte Arbeit nicht scheuen, Widerstände erdulden, sich dem täglichen Reiz einer Konsumkultur immer wieder widersetzen und dennoch mit sich im Reinen sind.