Entchen, Frosch und Co auf Weltreise

Interview mit den Austellungsmacherinnen Vanessa Rüttler und Jana Johe

Foto: LWL/Steinweg
Foto: LWL/Steinweg

Was hat es mit diesem Badespielzeug auf sich?

Vanessa Rüttler: Diese Spielzeuge, genannt „friendly floatees“ in Deutsch etwa „Freundliche Treibteilchen“, waren Teil einer Lieferung eines Containerschiffs. Dieses Schiff geriet auf dem Weg von Hongkong nach Seattle in einen Sturm und verlor mehrere  Container. Ein Container öffnete sich und tausende dieser Spielzeuge gelangten in den Ozean. Sie trieben mit den Meeresströmungen und verteilten sich in verschiedene Richtungen.

Wann ist das passiert?

Vanessa Rüttler: Das war 1992. Die ersten „floatees“ strandeten etwa ein halbes Jahr später in Alaska, andere waren bis zu 17 Jahre unterwegs, wie ein Entchen, das an der englischen Küste angespült wurde.

Foto: LWL/Steinweg

Inwiefern war dieser Unfall hilfreich für die Meeresforschung?

Jana Johe: Die Forscher Curtis Ebbesmeyer und James Ingraham konnten anhand theoretischer Modelle über die Meeresströmungen die Wege der Entchen vorhersagen und damit die Richtigkeit dieser Modelle bestätigen.

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Woher wussten die Forscher, dass die Tiere alle aus demselben Container stammten?

Jana Johe: Sie tragen alle die Aufschrift: „The First Years“. Damit konnten die Forscher die Enten identifizieren.

Wo strandeten die Tiere, die im Museum zu sehen sein werden?

Jana Johe: Die vier „floatees“, die in unserer Ausstellung zu sehen sein werden, wurden in Alaska an die Küste gespült. Sie haben also schon richtig viel von der Welt gesehen.

Hintergrund zur Ausstellung

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 30. September 2016 die inklusive Sonderausstellung „Wasser bewegt - Erde Mensch Natur“. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucher welche Herausforderungen der Lebensraum Wasser birgt. In der Ausstellung werden Lebewesen vorgestellt, die perfekt an das Leben im Wasser oder an Leben ohne Wasser angepasst sind. Besucher aller Altersgruppen erleben die unglaubliche Schönheit, gewaltige Kraft und die außerordentliche Bedeutung des Wassers für den gesamten Planeten Erde mit allen Sinnen. Die Ausstellung ist dank Brailleschrift, einem speziellem Audioguide und Tastmodellen für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Sehende oder für Hörbehinderte, die an den Mitmachstationen ihre übrigen Sinne erforschen können. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.